Der Kuchenstand der Mädchen war ein großer Erfolg!
Nach 5 Stunden war alles leergekauft :-).
Cupcake-Förmchen und quadratische Muffin-Förmchen + bunte Tags: HIER
kleine bunte gestreifte Tüten: HIER
Noelles weißer Rock: HIER
Noelles roter Rock: Flohmarkt
Tafelschildchen: selfmade, hatten wir noch von HIER
Wie HIER schon vorangekündigt, haben wir unsere Pläne in Tat umgesetzt
Ganz früh morgens habe ich zu den Mädchen gesagt:
"egal, wie es läuft, das Wichtigste ist: wir werden unendlich viel Spaß haben!"
Und genauso war es!
Die Kunden waren zahlreich und hochentzückt, sie überschütteten die Mädchen mit Lob und Komplimenten, diese strahlten wie 1000-Watt-Glühbirnen, bekamen rote Bäckchen vor Aufregung, und waren nach einer halben Stunde so richtig in ihrem Element!
Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie viel Motivation so eine Aktion in den Kindern freisetzt!
Die Bestätigung, die sie für ihren Eifer bekamen, die Atmosphäre von Lebensfreude, die um den Stand herum deutlich wahrnehmbar war, und die von Stunde zur Stunde wachsende Begeisterung waren die Arbeit im Vorfeld ganz sicher wert :-).
Wenn Ihr etwas in dieser Art auf die Beine stellen wollt, schreibe ich gerne unsere Erfahrungen und persönliche Tipps auf.
1. Genehmigung.
Lebensmittel-Verkauf in Deutschland ist grundsätzlich mit vielen Einschränkungen und Schwierigkeiten verbunden.
Wie schafft man es also, auf diese Weise etwas Leckeres an den Mann zu bringen?
Ich erzähle Euch einfach, wie es bei uns lief ;-).
Ich buchte einige Meter Stand bei einem Flohmarkt-Veranstalter.
Zwei Tage vorher (ZWEI TAGE. Ihr sieht, ich stehe auf Thrill.) rief ich direkt bei der Agentur an, und hatte auch gleich die Agentur-Chefin persönlich am Apparat.
Ich: erkläre kurz unser Vorhaben.
Sie (eine Frau, die sehr... äh... ich nenne es mal: direkt in ihrer Art ist, streng wie ein Feldwebel, und eine Stimme besitzt wie ein Megafon, allerdings OHNE das Megafon):
"wie? Neeee... DAS GEHT NICHT!"
Ich: "oh... ja... das verstehe ich... aber könnte man da nicht etwas hinbekommen?"
Sie: "Ne, da habe ich gleich das Gesundheitsamt am Hals, das geht nicht!"
Ich: "Ja... ist klar... das verstehe ich auch. Und meinen Sie, da gibt es eine Möglichkeit?"
Sie: "Nein, und außerdem will das dann ja jeder machen!"
Ich: "Ja, klar... und wie könnten wir da eine Lösung finden?"
Sie: wiederholt ca. 5 mal das mit dem Gesundheitsamt und dem das will jeder machen, und es geht nicht, bla bla...
Ich: "mhmmmm... ja, das verstehe ich vollkommen. Finden wir da gemeinsam eine Lösung, um die Mädchen zu unterstürzen?"
Sie: "Ha, nein! Wie soll das denn gehen? Das geht nicht! Rufen Sie in einer Stunde nochmal an."
Ich grinsend zu Jil (die neben mit steht): "Läuft. Das hätten wir."
Jil grinst: "Ja... hab ich eben mitgekriegt. War nicht zu überhören."
Ich rufe eine Stunde später an:
"Hallo..."
Sie: "Ja, da sind Sie wieder! Also, das geht klar!"
UND JETZT FRAGT MICH BITTE NICHT, WIE SIE DAS HINBEKOMMEN HAT!
Ist mir auch egal, jedenfalls hatten wir eine Genehmigung für den Kuchenverkauf.
Im Laufe des Marktes kam die Chefin persönlich vorbei (übrigens eine sehr sympathische Frau, auch wenn sie auf den ersten Blick ;)...), und war so begeistert von der Aktion, dass sie den Mädchen zusätzlich noch die Standgebühren erlassen hat.
Also:
Wie Ihr sieht, ist es nicht einfach, aber: nichts ist unmöglich.
Am besten ist es, an einer Art Strassen- oder Nachbarschaftsfest so einen Stand einzurichten.
Manchmal gibt es auch eine Kirchen-Gemeinde-Feier oder etwas in der Art.
Das sind die Bestimmungen nicht ganz so streng (und zumindest nicht wirklich eindeutig) - Ihr müsst das auf jeden Fall vorher mit dem Veranstalter klären.
2. Hygiene.
Hygiene ist das A und O (selbstverständliche Sache, aber ich erwähne es trotzdem).
Bei der Zubereitung:
auf peinliche Sauberkeit achten, nur ganz frische Zutaten verwenden (Eier am selben Tag kaufen - sicher ist sicher), ständig Hände waschen, am besten Haarschutz tragen (jetzt lacht nicht! Da gibt es solche einmal-Hauben...)
Beim Verkauf:
einer ist für die Lebensmittel, einer für das Geld zuständig (an den Münzen befinden sich die meisten Keime).
Die Mädchen hatten zudem Handschuhe an, die sie oft wechselten, und die Haare streng nach hinten gebunden.
Die Kuchen und die Kekse haben sie nur mit einer Art Zange eingepackt, und nicht mit den Händen berührt.
Außerdem sind hohe Glasglocken, oder Behälter mit Deckel perfekt.
Die Lebensmittel sollten abgedeckt sein.
3. Geld.
Wir haben so etwas zum allerersten mal gemacht - und hatten nichts, voran wir uns grob hätten orientieren können.
Außerdem habe ich bei der Zubereitung nur Bio-Lebensmittel verwendet (das mache ich seit einigen Wochen ausschließlich, aber das nur am Rande).
Da sind die Kosten bei der Herstellung natürlich höher - gerade bei Eiern ist der Preisunterschied zu Käfig-Haltung recht groß, und wir haben große Mengen davon verarbeitet.
Wir haben die Preise erstmal niedrig angesetzt, und im Laufe des Tages haben die Mädchen aus eigener Initiative alles etwas teurer gemacht ;-) - das haben sie mir im Nachhinein erzählt.
Trotzdem hat es dem Verkauf keinen Abbruch getan.
In Zahlen ausgedrückt:
Lebensmittel: ca. 30,-€ (habe ich den Mädchen gesponsert ;-))
Standgebühr: 8,-€ entfallen
Deko, etc.: entfallen:Stoffe, bunte Tüten und die wunderschönen Cupcake-Wrappers hatte ich noch übrig von HIER und HIER.
Mit den wunderschönen Materialien zu backen und alles in farbenfrohe Tüten einzupacken war ein Hochgenuss für die Mädchen.
Ansonsten kann man auch Butterbrot-Beutel und Alufolie verwenden.
Arbeitszeit: 1 1/2 Tage - und ratet mal, WER die meiste Arbeit hatte? + 5 Stunden auf dem Markt stehen.
Sogar Jil stellte sich einen Nachmittag lang hin, und half beim Backen ganz aus freien Stücken und trotz Kopfweh den Mädchen - ist das lieb, oder was?
Gewinn: ca. 130,-€.
Natürlich wäre es einfacher gewesen, ihnen das Geld einfach zu SCHENKEN.
Aber das Erlebnis und die Erfahrungen, die sie dabei gesammelt haben, sind unbezahlbar!
(das restliche Geld für's Camp haben wir mit einem Stand auf dem Flohmarkt eingenommen).
4. Das Wichtigste: Spaß!
Ihr dürft das nicht allzu verbissen sehen ("ich muss unbedingt Geld verdienen!")
Es geht mehr um die Freude an den Menschen und an der Sache selbst, es ist ein bisschen wie Kaufladen spielen in der Kindheit ;-).
Das Vergnügen wuchs bei den Mädchen stetig, es kamen alte Omis, ganze Familien, und Kinder mit ihrem Taschengeld vorbei, und kauften ein.
Die Mädchen schrieben ganz groß an die Tafel, dass sie FÜR UNSER SOMMER-CAMP sparen, sie riefen laut jedem "Hallo!" zu, der vorbeilief, und einen Blick rüberwarf, und sobald einer stehen blieb, erzählten sie gleich strahlend, worum es bei der Aktion geht.
Die meisten Menschen waren so begeistert, dass sie die Summe aufrundeten, Trinkgeld gaben, und in sie in den blauen Himmel lobten - worauf die Mädchen NOCH mehr strahlten - worauf NOCH mehr Kunden kamen, usw. usw.
Zwischendurch sagte Noelles Freundin immer wieder staunend und ganz aufgeregt zu mir:
"Joanna, die KAUFEN das alles wirklich, und die FREUEN sich alle so darüber!"
Eins der schönsten Begegnungen:
ein junger Student schaute sich alles an, kaufte ein, und lies sich von den Mädchen den Grund erklären.
Daraufhin meinte er zu ihnen, dass er schon immer davon geträumt hat, auf ein Surfcamp mit einem Freund zu gehen, es aber nie wirklich geklappt hat - er sei ganz begeistert von ihren Eifer, und werde jetzt mal Kundschaft holen.
Nach einigen Minuten kam er wieder mit einem Freund im Schlepptau, dieser kaufte auch ein, und "sie gaben uns jeweils ,-50 Cent Trinkgeld, Joanna!"
Ihr hättet die glänzenden Augen der Mädchen sehen sollen... das hat sie tief beeindruckt.
5. Die Rezepte.
Wir haben jedes Rezept in der doppelten Menge gemacht.
Dafür braucht man teils sehr große Rührschüsseln, und "wir sind nicht für einen Großverkauf ausgestattet, Mama!" - wie Jil feststellte.
Backt alles einmal zur Probe, denn für den Verkauf müssen sie PERFEKT sein.
Ich habe also immer erstmal ein Versuchs-mini-Guggl gebacken, bevor es mit der großen Menge losging, etc.
Wichtig ist, dass es bei hohen Außentemperaturen nichts mit Creme, frischen Früchten, etc. gibt.
- superschnelle Brownies: Rezept HIER
- weltbeste Schokoladen-Cookies: Rezept HIER
- Limonaden-Muffins mit Kirschen:
Tassen-Rezept
3 Tassen Mehl
2 Tassen Zucker
1 Tasse Öl
1 Päckchen Backpulver
1 Päckchen Vanilinzucker
4 Eier
1 Prise Salz
1 Tasse Limonade (Fanta o.ä.)
ca. 1/2 Glas Kirschen (ohne Flüssigkeit)
alle Zutaten verrühren, zum Schluss die Kirschen unterheben.
Bei ca. 180° ca. 20-30 Min. backen (probiert es bitte aus!)
- Cranberry-Schokoladen-Cookies american style
(zum REINLEGEN gut! OMG! Waren ganz schnell weg.)
230 g weiche Butter
180 g Zucker braun
180 g Zucker
1 Päckchen Vanilinzucker
1 Ei
450 g Mehl
1 1/2 gehäufte TL Backpulver
1/2 TL Salz
100 g Schokoladentröpfchen
100 g Cranberries
(ev. Vanillearoma, wir haben 1 TL Zimt dazugetan)
Die Butter mit dem weißen, braunen und Vanilinzucker rühren.
Eier und Zimt unterrühren
Mehl mit dem Backpulver und Salz mischen und auch unterrühren.
Schokoladentröpfchen und Cranberries unterheben.
Am Schluss mussten wir alles mit den Händen durchkneten.
Soll es Euch trotzdem noch zu bröselig sein, kann man ein wenig Milch dazugeben.
Der Teig war sehr fest, also habe ich ihn mit einer Teigrolle ausgerollt, und mit einem Weinglas die Kreise ausgestochen.
Dadurch waren alle gleich groß, und das ist nun mal wichtig beim Verkauf ;-).
Im vorgeheizten Backofen bei 170° Umluft ca. 15-20 Min. backen (wer sie weicher mag, eher kurz)
Viel Abstand zwischen den Cookies lassen, da sie beim Backen auseinanderlaufen.
Wichtig:
erst auskühlen lassen, dann vom Blech nehmen!
Sie werden erst im kalten Zustand fest.
- saftige mini-Zitronen-Guggl:
Ich habe sie in der Silikonform gebacken - es geht einfach OHNE vorheriges Einfetten: die Gugglhupfe plumpsen ganz leicht heraus!
200 g Butter (Zimmertemp.)
200 g Zucker
1 Prise Salz
2 TL abger. Bio-Zitronenschale
5 Eier
280 g Mehl
60 g Speisestärke
3 TL Backpulver
100 ml Milch
8 EL Zitronensaft
Butter, Zucker, Salz + Zitronenschale cremig rühren.
Eier nacheinander dazugeben und rühren.
Mehl, Backpulver + Speisestärke mischen, und mit Milch und Zitronensaft unterrühren.
Im vorgeheizten Backofen bei ca. 170° einige Minuten backen.
(sorry für die ungenaue Zeitangabe! Aber das ist in JEDER Form und Größe anders. Wartet bis sich der Rand der Küchlein minimal hellbraun färbt, dann sind sie fertig. Einmal Holzstäbchen-Probe - dann wisst Ihr genau, wie lange es braucht.)
Nach wenigen Minuten aus der Form lösen.
Für daheim könnt Ihr gerne zusätzlich einen Guss aus Zitronensaft und Puderzucker zubereiten, und über die ausgekühlten Guggl träufeln.
Für den Verkauf war mir die Angelegenheit zu klebrig.
Nachdem fast alles weg war (und mittags 37°), war die einzige Frage der Mädchen:
"WANN MACHEN WIR ES WIEDER?"
Viel Freude beim Nachbacken!
Liebesgrüße
Joanna